SCHURA Hamburg: Meinungsfreiheit nicht zum Kulturkampf missbrauchen

Angesichts einiger aktueller Entwicklungen und öffentlicher Debatten beschäftigte sich der Vorstand von SCHURA – Rat der Islamischen Gemeinschaften in Hamburg mit dem Verhältnis von Meinungsfreiheit und Verunglimpfung religiöser Werte. Man beobachte, so SCHURA-Co-Vorsitzender Mohammad Alehosseini, eine besorgniserregende Entwicklung, wo zunehmend gezielt und provokativ religiöse Werte in teils rassistischer Weise herabgewürdigt würden. Dies treffe insbesondere immer wieder den Islam und nehme vielfältige Formen an von verunglimpfenden Darstellungen des Propheten Mohammed bis zu öffentlichen Quranverbrennungen wie kürzlich in Schweden.

 

„Die Meinungsfreiheit ist auch für uns Muslime ein  zentrales Gut einer demokratischen Gesellschaft“ betont Co-Vorsitzender Fatih Yildiz. Sie dürfe aber nicht missbraucht werden zum Zwecke eines rassistisch motivierten Kulturkampfes. Denn vielfach stände dahinter die Absicht, Muslime zu diffamieren, herabzusetzen und gesellschaftlich auszugrenzen. „Dies wird von Muslimen auch immer wieder deutlich so empfunden“ so Yildiz. Die Beleidigung der Religion und ihrer Werte treffe eben auch die gläubigen Menschen.

 

„Als islamische Religionsgemeinschaft wünschen wir uns kritische Debatten aber wir wehren uns gegen eine zunehmende Verrohung des Umgangs in Öffentlichkeit und Medien“ meint Co-Vorsitzender Moez Ben Khemis. Gerade in einer pluralistischen Gesellschaft mit Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Weltanschauung sollten zur Bewahrung des gesellschaftlichen Friedens auch bei kontroversen Auseinandersetzungen gegenseitige Achtung und Respekt gewahrt werden. Die Religionsgemeinschaft der Muslime wünscht, dass dieser Problematik mehr Beachtung gewidmet würde.