SCHURA weist Vorwürfe gegen Islamisches Zentrum zurück und begrüßt Entscheidung der Bürgerschaft

SCHURA Hamburg hat die Vorwürfe aus CDU und AfD gegenüber dem Islamischen Zentrum Hamburg (IZH) als haltlos und unbegründet zurück gewiesen.

„Deshalb begrüßen wir es auch außerordentlich, dass die Bürgerschaft mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linken dem Ansinnen dieser beiden Parteien eine Absage erteilt hat“ erklärt SCHURA-Co-Vorsitzender Fatih Yildiz.

CDU und AfD hatten zur Bürgerschaftssitzung am 27. Mai Anträge gestellt, in denen sie die Aussetzung des Staatsvertrages mit SCHURA und ein Verbot des Islamischen Zentrums fordern. Angeblich würden sich die Aktivitäten des IZH gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung richten.

Dies wird von SCHURA als Religionsgemeinschaft der Muslime in Hamburg nachdrücklich zurück gewiesen.

„Für alle unsere Mitgliedsgemeinden ist die verfassungsmäßige Ordnung Deutschlands mit den sich daraus ableitenden Werten und Normen der ausschließliche Rahmen ihrer religiösen, kulturellen wie politischen Betätigung“ erklärte SCHURA-Co-Vorsitzender Mohammad Ale Hosseini. Dies gelte uneingeschränkt auch für das IZH als SCHURA-Gründungsmitglied. Diese Grundorientierung der Religionsgemeinschaft an Demokratie, Pluralität und Säkularität sei in mehreren Dokumenten festgehalten wie dem Grundsatzpapier von 2004, der Resolution zum Selbstverständnis von 2018 wie auch dem Abschnitt „Wertegrundlagen“ des Staatsvertrages. „Dies ist vom IZH jeweils mit erarbeitet und getragen worden“ so Mohammad Ale Hosseini.

Ebenso wenig haltbar sei es, das IZH als politisch vom Iran gesteuert und Teil eines angeblichen „Hisbollah-Netzwerkes“ darzustellen. „Dies sind Konstrukte“ erklärt der SCHURA-Co-Vorsitzende. Tatsächlich wäre das IZH innerhalb des Schiitentums die theologische Vertretung mehrerer höchster schiitischer Gelehrter. Dies gelte aber nur in religiöser, nicht aber in politischer Hinsicht. „Politisch ist auch für das IZH Deutschland und nicht der Iran maßgeblich.“

Als befremdlich und destruktiv empfindet der Rat der Islamischen Gemeinschaften die im Quartalsrhythmus wiederkehrenden Anträge der CDU auf Aussetzung des Staatsvertrages. „Von der islamfeindlichen AfD erwarten wir ja nichts anderes aber die CDU hat immerhin einmal selbst diesen Staatsvertrag maßgeblich mit auf den Weg gebracht“ meint SCHURA-Co-Vorsitzender Fatih Yildiz. Die CDU ignoriere inzwischen völlig die integrative Bedeutung des Staatsvertrages für das Verhältnis zwischen Stadt, Gesellschaft und islamischen Gemeinden. „Wenn es nun seit zwei Jahren keine Beteiligung aus dem IZH mehr am Berliner Qudstag gibt, so ist das gewiss nicht den Drohungen der CDU auf Staatsvertragskündigung geschuldet, sondern einem Prozess von Dialog und Diskussion“ stellt der SCHURA-Co-Vorsitzende fest.