Schura – Mahnwache Hanau

Liebe Hamburgerinnen und Hamburger,

verehrte Vizepräsidentin der Hamburger Bürgerschaft  Frau Schneider,

verehrter Staatsrat Pörksen, verehrte Bischöfin Fehrs,

verehrter Marko Knudsen für die Roma und Sinti und

verehrte Amit Gal für die Jüdinnen und Juden.

 

Wir alle sind betroffen. Wir alle sind schockiert. Wir alle wollen, dass der mordende Hass der Rechtsterroristen ein Ende nimmt! Und dafür stehen wir gemeinsam ein!

Vielen Dank, dass ihr alle mit uns seid!

Vor allem haben wir uns heute zusammengefunden, um den Opfern von Hanau zu gedenken und ihren Angehörigen unsere Anteilnahme und unser Mitgefühl auszudrücken.

 

Wir nennen ihre Namen:

Gökhan – Ferhat – Mercedes – Sedat – Hamza – Kalojan – Bilal – Fatih – Said

Ihre Namen dürfen nicht vergessen werden!

Wir fordern, dass Straßen nach Ihnen benannt werden.

Sie sollen daran erinnern, dass Rassismus tötet.

Der Terroranschlag macht uns wütend, traurig und lässt uns alle fassungslos zurück. Wir realisieren, dass wir 75 Jahre nach dem Ende des Nazi-Regimes gegen rechtsextremistischen Terror kämpfen und um seine Opfer trauern.

Gökhan – Ferhat – Mercedes – Sedat – Hamza – Kalojan – Bilal – Fatih – Said

Ihre Namen dürfen nicht vergessen werden!

Wir fordern auch für sie Stolpersteine.

Sie sollen daran erinnern, dass Rassismus tötet.

 

In Deutschland erleben wir Terroranschläge und Hassverbrechen. Geistige Brandstifter haben bewusst ein Klima der Angst, des Hasses und der Ausgrenzung geschaffen, die von gewaltbereiten Extremisten aufgegriffen werden und in Terroranschlägen münden.

Diesen geistigen Brandstiftern müssen wir mit vereinten Kräften entgegentreten, wir dürfen ihnen keinen Raum für ihr völkisch nationalistisches Gedankengut geben. Wir dürfen nicht zulassen, dass auf die Worte dieses Gedankengutes Taten folgen und Menschen dafür sterben müssen!

 

Mehr denn je ist die Politik und die Gesellschaft gefordert, alle Kräfte zu bündeln, damit wir alle zusammen frei, sicher und ohne Angst leben können.

Die rechte Gewalt trifft nicht nur diejenigen, die den Rechtsterroristen besonders ein Dorn im Auge sind, wie muslimische, jüdische, schwarze Mitmenschen, Roma und Sinti oder Geflüchtete, diese Gewalt trifft die gesamte Gesellschaft und ist eine Kampfansage gegen Demokratie und Menschenrechte! 

Wir sind alle Bürger*innen unseres Landes, ganz gleich welcher Herkunft oder welchen Glaubens,  und wir fordern die Solidarität der Gesellschaft. Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren!

Wir dürfen nicht zulassen, dass Hetze, Hass und Rassismus zur Regel werden und unsere politische und gesellschaftliche Kultur prägen.

Wir stehen ein für eine offene und vielfältige Gesellschaft, in der Rassismus nicht verharmlost wird.

Wir stehen ein für eine wachsame und solidarische Gesellschaft, die nicht wegschaut! Die die Stimme erhebt gegen Rassismus jeglicher Art, ganz gleich ob Antisemitismus, White Supremacy, Antiziganismus oder Antimuslimischer Rassismus!

Als zivilgesellschaftlicher Akteur der Stadt sehen wir uns in der gesellschaftlichen Verantwortung stärker gegen Hass und Hetze mit unseren Partnern vorzugehen.

 

Wir fordern Maßnahmen gegen den wachsenden Rechtsextremismus der seinen Weg bis in die Mitte der Gesellschaft gefunden hat.

Wir fordern einen runden Tisch gegen Rassismus in unserer Stadt.

Wir fordern wissenschaftliche Forschung über Rassismus in unserer Stadt.

Wir fordern eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Rassismus und all’ seinen Formen in der Schule, auf dem Arbeitsmarkt, an der Uni, auf dem Wohnungsmarkt und in den Medien.

Wir fordern, dass die Medien, das öffentlich-rechtliche Fernsehen und die Radiosender dem politischen Arm der Rechtsterroristen die sich „Alternative für Deutschland“ nennen, keine Plattform bieten!

Und nicht zuletzt fordern wir, dass die Opfer und ihre Angehörigen nicht in Vergessenheit geraten. Straßen und Plätze sollen nach Ihnen benannt werden, Stolpersteine sollen auch auf sie hinweisen, denn Nazis nahmen auch ihnen ihr Leben.

 

In tiefer Trauer um die Opfer wurden beim gestrigen Freitagsgebet bundesweit Gebete für die Opfer gesprochen. Wir wünschen ihren Angehörigen und Freunden die Kraft, die es braucht um das Trauma, dass sie durchmachen irgendwie verarbeiten zu können. Dieser Rechtsterrorismus darf sich nicht wiederholen!

 

Liebe Hamburgerinnen und Hamburger,

morgen hat Hamburg die Gelegenheit diese Haltung auch bei der Wahl zum Ausdruck zu bringen. Denn auch für die AFD gilt: Nicht mit uns!

 

Wir vertrauen darauf, dass ihr auch bei der Wahl ein klares Zeichen gegen Rechts setzen werdet. Der politische Arm der Rechtsterroristen darf keine Sitze in den Parlamenten haben. Die AFD hat nichts in der Hamburgischen Bürgerschaft verloren!  

Wir glauben fest daran, dass wir als solidarische Gesellschaft gemeinsam die Stärke aufbringen können, um diesem Hass, diesem Rassismus und diesem Rechtsterrorismus die Stirn zu bieten.

Wir sagen: Nicht mit uns!

 

Im Namen der islamischen Religionsgemeinschaften in Hamburg und Norddeutschland

danke ich euch allen für eure Solidarität und eure Anteilnahme.

 

Özlem Nas