Fatih Yildiz: „Für Terror und Menschenfeindlichkeit gibt es im Islam keine Rechtfertigung“
Hamburg, 26. Juli 2026
Nach dem tödlichen Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin hat sich die SCHURA – Rat der Islamischen Gemeinschaften in Hamburg e. V. an der heutigen Gedenk- und Solidaritätskundgebung von Hamburg Pride beteiligt. Die Veranstaltung fand am Neuen Jungfernstieg in Hamburg statt. Zahlreiche Menschen kamen zusammen, um der getöteten Person zu gedenken, den Verletzten und ihren Angehörigen ihre Anteilnahme auszusprechen und ein gemeinsames Zeichen gegen Terror, Hass und Gewalt zu setzen.
Für die SCHURA Hamburg sprach deren Vorsitzender Fatih Yildiz. In seinem Redebeitrag brachte er die tiefe Trauer und Anteilnahme der islamischen Gemeinschaften zum Ausdruck:
„Unsere Gedanken sind bei dem getöteten Menschen, bei den Verletzten, ihren Angehörigen und bei allen, die dieses furchtbare Ereignis miterleben mussten. Den Verletzten wünschen wir eine zügige Heilung und vollständige Genesung. Den Angehörigen wünschen wir Kraft, Trost und Menschen an ihrer Seite.“
Der Anschlag treffe nicht nur die unmittelbar Betroffenen, sondern die gesamte Gesellschaft, betonte Yildiz. Terror ziele darauf ab, Angst zu verbreiten, Menschen gegeneinander aufzubringen und das friedliche Zusammenleben zu zerstören. Dem müsse sich die Gesellschaft geschlossen entgegenstellen.
Die SCHURA Hamburg verurteilt den Anschlag auf das Schärfste. Zugleich wendet sie sich entschieden gegen jeden Versuch, Gewalt religiös zu begründen oder den Islam zur Rechtfertigung menschenfeindlicher Ideologien zu missbrauchen.
„Wer Menschen angreift, begeht ein schweres Unrecht. Und wer sich dabei auf den Islam beruft, missbraucht unsere Religion. Für Terror und Menschenfeindlichkeit gibt es im Islam keine Rechtfertigung. Solche Taten widersprechen unserem Glauben und der Würde jedes Menschen“, erklärte Fatih Yildiz.
Als islamische Religionsgemeinschaft übernehme die SCHURA Verantwortung. Die Moscheen seien Orte des Friedens, der Orientierung und des gegenseitigen Respekts. Für Hass, Gewalt und extremistische Ideologien dürfe es in den muslimischen Gemeinden keinen Platz geben.
Die große Mehrheit der Musliminnen und Muslime lebe ihren Glauben verantwortungsvoll und leiste einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenleben. Gerade deshalb sei es notwendig, dem Missbrauch der Religion und jeder Form extremistischer Gewaltbereitschaft entschieden entgegenzutreten.
Im Mittelpunkt des Redebeitrags stand die unantastbare Würde jedes Menschen:
„Die Würde des Menschen gilt für alle. Jeder Mensch hat das Recht, in Würde und Sicherheit zu leben – unabhängig davon, wer er ist oder wie er lebt.“
Eine demokratische und vielfältige Gesellschaft müsse unterschiedliche religiöse, weltanschauliche und persönliche Überzeugungen ermöglichen. Unterschiede dürften jedoch niemals zu Hass, Herabwürdigung oder Gewalt führen. Dieser Schutz gelte selbstverständlich auch für Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität bedroht und angegriffen werden.
„Unterschiedliche Überzeugungen dürfen niemals Gewalt oder Menschenfeindlichkeit rechtfertigen. Wir stehen gemeinsam ein für Menschlichkeit, für eine offene Gesellschaft, für die unantastbare Würde jedes Menschen und für ein friedliches Zusammenleben“, sagte Yildiz.
Die SCHURA Hamburg dankt Hamburg Pride für die kurzfristige Organisation der Gedenkveranstaltung und allen Teilnehmenden, die gemeinsam ein sichtbares Zeichen der Trauer, der Solidarität und des gesellschaftlichen Zusammenhalts gesetzt haben.
„Heute trauern wir gemeinsam. Und gemeinsam setzen wir ein Zeichen: gegen Terror, gegen jeden Missbrauch von Religion zur Rechtfertigung von Gewalt und für Menschlichkeit.“
Pressekontakt
SCHURA – Rat der Islamischen Gemeinschaften in Hamburg e. V.
Fatih Yildiz, Vorsitzender
f.yildiz@schura-hamburg.de
